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    Kontroverse Wege der Moderne
    Der exilierte Komponist und Pianist Eduard Steuermann in seinen Briefen. Korrespondenz mit Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno und René Leibowitz
    • Gebunden

      März 2021, ca. 600 S., s/w Abb. , Notenbl.
      ISBN 978-3-96707-184-9
      ca. € 69,00
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    Beschreibung

    Eduard Steuermanns Leben und Schaffen verkörpert genuin die kontroverse Diversität der Moderne. Mit seiner Korrespondenz wird der Zugang zu einer faszinierenden Musikerpersönlichkeit eröffnet und eine bedeutende Quelle zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts erstmals erschlossen.
    Eduard Steuermann wurde 1892 im ost-galizischen Sambor, nahe Lemberg, in der heutigen Ukraine geboren. Er kam als 19-Jähriger in die Meisterklasse von Ferruccio Busoni und begann 1912 Komposition bei Arnold Schönberg zu studieren, mit dem er lebenslang in einer oft schwierigen Situation verbunden blieb, weil an dem "Mann Moses" mit den Gesetzestafeln der neuen Musik nicht einfach vorbeizukommen war. In den 1920er Jahren befreundete sich Steuermann in Wien mit seinem Klavierschüler Theodor W. Adorno, Alban Berg und Anton Webern und gehörte zum Kreis um Karl Kraus, dessen Auffassung von einer rigorosen Ethik der Ästhetik er annahm und lebenslänglich praktizierte. 1936 floh er im Angesicht der nationalsozialistischen Verfolgung in die USA, wo seine Schwester Salka Viertel in Santa Monica ein offenes Haus führte, in dem die illustre Emigrantenkolonie auf die Größen Hollywoods von Greta Garbo bis Charlie Chaplin traf. Steuermann war regelmäßig bei seiner Schwester zu Gast und kam hier auch zum Komponieren, baute sich sein Leben als Pianist aber in New York auf, wo er schließlich für ein Jahrzehnt an der Juilliard School of Music lehrte, und konzertierte mit teils überwältigenden Erfolgen wie einem reinen Chopin-Recital. Nach Schönbergs Tod 1951 fiel auch die große Last dieses Übervaters von ihm ab. In einem Akt der Befreiung von dessen Bann schuf Steuermann ein bedeutendes, facettenreiches Gesamtwerk zwischen der Schönberg-Schule, dem Neoklassizismus und der Darmstädter Avantgarde mit ganz eigensinnigen musikalischen Ausrichtungen.

    Die Ausgabe ist auf zwei Bände angelegt und bietet den Lesern neben den mit einführenden Essays versehenen, kommentierten Korrespondenzen eine ausführliche Grundlegung, in der wesentliche Aspekte der Briefwechsel entfaltet werden. Der erste Band ist den Korrespondenzen mit Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno und René Leibowitz gewidmet. Die Korrespondenz zwischen Steuermann und Schönberg, die von 1912 bis in Schönbergs letzte Zeit reicht, macht eine bedeutsame, aber tief ambivalente und konfliktbeladene Beziehung auf einzigartige Weise lebendig. Der ebenfalls umfangreiche, einen zeitlichen Rahmen von vier Jahrzehnten umspannende Briefwechsel von Steuermann und Theodor W. Adorno ist thematisch außerordentlich weit gefächert und berührt das Leben im Exil ebenso wie Fragen der musikalischen Interpretation und im Zusammenhang je eigener Kompositionen das kontrovers beurteilte Verhältnis zur Avantgarde nach 1945. In diesen Briefwechsel eingeschlossen werden Teile des Briefwechsels zwischen Adorno und Leibowitz. An dritter Stelle steht der Briefwechsel mit dem Dirigenten und Komponisten René Leibowitz, der nochmals ganz eigene Akzente, etwa auf die Kompositionen von Steuermann und Leibowitz, die Beethoven-Interpretation, musiktheoretische Schriften zur Neuen Musik und die Aufführung der Werke von Schönberg und Anton Webern setzt.
    The life and work of Eduard Steuermann reflects the challenging and controversial diversification of modernity. His correspondence with important composers, conductors and musicians reveals a fascinating personality and opens valuable new perspectives on the history of music in the 20th century.
    Edward Steuermann was born in 1892 in Sambor in the eastern part of the former Polish-Austrian region near Lemberg, today part of the Ukraine. He achieved a very high level of piano playing, becoming a pupil in the master class of Ferruccio Busoni, before starting to study composition with Arnold Schoenberg on Busoni's recommendation. With Schoenberg, Steuermann embarked on a lifetime relationship not untouched by difficulties. Schoenberg – a Moses-like messianic figure in Freud's sense, laying down lawful tablets for the path of New Music – posed inevitable challenges for Steuermann, who played many works of his teacher for the first time as world premiere performances. These works included not only works for solo piano but many ensemble pieces with piano such as the "Ode to Napoleon" and the solo part of Schoenberg's piano concerto op. 42.
    In the 1920s, Steuermann became friends with his piano pupil Theodor W. Adorno, as well as Alban Berg, Adorno's composition instructor. Like Anton Webern, Steuermann was associated with the circle around Karl Kraus, artists who passionately embraced a lifelong commitment about the unity of ethics and aesthetics. In 1936, Steuermann fled Nazi persecution to resettle in Los Angeles, where his sister the actress and screenwriter Salka Viertel lived. Viertel enabled contact of a famous colony of emigrants with film personalities such as Greta Garbo and Charlie Chaplin.
    Steuermann was regularly a guest of his sister and found possibilities to compose, but it was as an pianist that he achieved prominence in New York, giving many concerts with notable success, particularly a Chopin recital at Juilliard School of Music, where he taught piano. After Schoenberg's death in 1951, this great Atlas-like father-figure receded from Steuermann's life. In a creative space independent of Schoenberg, Steuermann contributed a lasting artistic legacy that mediates between the Schoenberg school, Neo-Classic tendencies and the Darmstadt Avantgarde, thereby bridging oppositional musical orientations.
    This edition of letters contains two volumes and offers readers an annotated correspondence, including introductory essays and a six-part foundational in which the leading ideas and topics are traced and evaluated. The first volume is dedicated to the correspondence between Arnold Schoenberg, Theodor W. Adorno and René Leibowitz. The correspondence between Steuermann and Schoenberg from 1912 to 1951 casts a vivid light on their unique and meaningful artistic collaboration, one sometimes touched by ambivalence and deep conflict.
    The letters between Steuermann and Theodor W. Adorno are of comparable value, providing a decades-long record of many-facetted issues of aesthetics and musical interpretation, and especially the controversial relationship of these figures to the Avantgarde after 1945. In this chapter are included parts of the letters between Adorno and Steuermann.
    Part three of this edition presents the exchange of letters involving the conductor and composer René Leibowitz. These letters display his own individual accents, relating for example to the compositions of Steuermann and Leibowitz, to issues of Beethoven interpretation, as well as to theoretical writings about New Music and the performances of works by Schoenberg and Anton Webern. (Translation: William Kinderman, U.C.L.A.)

    The research and publication of this project have been generously supported by the German Research Foundation (DFG).

    Inhaltsverzeichnis

    - Vorwort
    - Zu dieser Ausgabe

    A. Grundlegung
    - I. Kontroverse Wege der Moderne zwischen Avantgarde und Emergenz
    - II. Von Galizien an die Upper West Side: Zur Biografie Eduard Steuermanns
    - III. "Wiener Espressivo"
    - IV. Aus dem Schatten Schönbergs. Grundlinien des kompositorischen Schaffens
    - V. Die Kunst des Klavierspiels von Eduard Steuermann: Repertoire, sein unvollendetes Klavierkonzert und die Aufnahme der "Diabelli-Variationen". Adornos Aufsatz "Nachtmusik" (1929) und Steuermanns Reaktion "Ändert sich der musikalische Interpretationsstil?" (1934)
    - VI. Steuermanns kompositorische Begegnung mit der Literatur von Georg Trakl, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Berthold Viertel und Michelangelo.

    B. Korrespondenzen
    - I. Eduard Steuermann – Arnold Schönberg
    Eine komplexe Beziehung. Essay, 94 Briefe
    - II. Eduard Steuermann – Theodor W. Adorno
    "Das Dort und das Hier gibt es nicht mehr". Die Ortlosigkeit im Exil. Essay, 63 Briefe
    - III. Eduard Steuermann – René Leibowitz, Theodor W. Adorno – René Leibowitz
    "Le silence d’Éduard Steuermann". Zum Briefwechsel zwischen Clara und Eduard Steuermann und René Leibowitz. Essay, 59 Briefe

    C. Anhang
    - Dokumente
    - Zeittafel
    - Werkverzeichnis Eduard Steuermann
    - Glossar
    - Personenverzeichnis mit Kurzbiografien
    - Register
    - Literaturverzeichnis

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