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    Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre
    Band 11
    Die große Schuld



    Beschreibung

    70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellt dieser Band die Frage, wie die Literatur im Land der Täter die NS-Verbrechen thematisiert hat. Dabei kommen literarische und philosophische Texte sowie Film, Rundfunk und Fernsehen zur Sprache. Eingeleitet wird der Band mit einer erstmals gedruckten Erzählung von Alexander Kluge.
    Was für die Gesellschaft der 1950er Jahre insgesamt gilt, spiegelt sich im kulturellen Bereich wider: Die Welle der von den anglo-amerikanischen Besatzungsmächten vornehmlich lizenzierten autobiografischen Berichte aus Konzentrations- und Vernichtungslagern bricht mit der Gründung der beiden deutschen Staaten weitgehend ab. Im Zeichen des Kalten Krieges delegiert die DDR als der vermeintlich ›neue‹ und bessere Staat die Schuld an den Westen, beispielhaft gezeigt an den Filmen Kurt
    Maetzigs. Das Wirtschaftswunderland BRD instrumentalisiert die wenigen ernsthaften Auseinandersetzungen zur symbolischen Entschuldung und feiert die zahlreichen Aufführungen von Lessings ›Nathan‹. Wie dauerhaft die braune Ideologie nachwirkte, zeigen die Spruchkammerakte Erwin Guido Kolbenheyers, die Trivialisierung des Nürnberger Ärzteprozesses, die mythologisierenden Reiseberichte aus dem von Deutschen massakrierten Griechenland, die Darstellung der Zigeuner in erzählenden Texten. Für die ›Schuld‹ der Überlebenden stehen die Texte von Peter Weiss, George Tabori und Johannes Bobrowski ein.

    Inhaltsverzeichnis

    - Editorial
    - Alexander Kluge: Die elegante Tschudai. Mit einer Vorbemerkung von Thomas Combrink

    Historischer Überblick
    - Harald Schmid: Gemeinsame Schuld, separate Gedächtnisse. Zum Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland bis 1960

    Beschweigen – Verleugnen
    - Stefan Ripplinger: Wir sind eins. Nathan der Weise in Nachkriegsdeutschland
    - Julie Bartosch: Ein Roman, der in den fünfziger Jahren nicht erscheinen konnte: Martina Wieds ‚historische Biographie‘ Jakobäa von Bayern
    - Günter Häntzschel: Halbherzige ‚Vergangenheitsbewältigung‘. Betina Ewerbeck: Gasbrand. Roman eines Ärzteprozesses (1955)
    - Sylvia Fischer: Die Schuldigen leben in Westdeutschland. Zur Diskussion der Schuldfrage in Filmen des DEFA-Regisseurs Kurt Maetzig (1947–1957)
    - Hiltrud Häntzschel: „Erspart Kolbenheyer das Schicksal Tassos.“ Einblicke in eine Spruchkammerakte. Mit einer Stellungnahme
    von Erich Kästner

    Erinnern
    - Anika Binsch, Charlotte Kitzinger: Entlastungssehnsucht und taube Ohren: frühe Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Wirkung auf das deutsche Lesepublikum in den 1940er und 1950er Jahren am Beispiel von Else Behrend-Rosenfelds Ich stand nicht allein
    - Helmut G. Asper: Die vergessenen Emigranten in Paris. Ein Rundfunkfeature und eine Fernsehsendung aus dem Jahr 1956, die „etwas bewirkt“ haben
    - Hans Richard Brittnacher: Unbelehrbar. Vom Antiziganismus der deutschen Literatur in den 1950er und 1960er Jahren
    - Christopher Meid: Schuld und Entlastung. Reiseberichte von Erhart Kästner, Walter Jens und Rolf Bongs

    Versuche der Verarbeitung
    - Ulrike Böhmel Fichera: „... und geübt sind sie, den Schrei nicht zu hören, der die Ordnungen aufhebt“. Vom Umgang mit der Schuld in der frühen deutschen Nachkriegsliteratur
    - Norman Ächtler: „Ich hab aufgehoben, dran ich vorüberging“ – Augenzeugenschaft und ‚Aufarbeitung‘ in Johannes Bobrowskis Lyrik um 1960
    - Steffen Groscurth: „Ein Eingeweihter in ein gigantisches Verbrechen“: Überlebensschuld und literarische Erinnerungsarbeit im Frühwerk des Peter Weiss
    - Martin Kagel: Ortlosigkeiten: George Taboris Flucht nach Ägypten
    - Sven Hanuschek: „Wer die Laster haßt, haßt die Menschen.“ Bernard von Brentanos Autobiographie Du Land der Liebe (1952)
    - Dominik Müller: „Haben wir nach ihrer Schuld gefragt?“ Max Frischs Kriegsstücke Nun singen sie wieder und Als der Krieg zu Ende war
    - Dieter Liewerscheidt: Wolfgang Koeppens Roman Tauben im Gras: Aggressivität zwischen Zeit- und Selbstkritik

    - Die Beiträgerinnen und Beiträger
    - Adressen der Beiträgerinnen und Beiträger
    - Personenregister

    Rezensionen

    „Besonders verdienstvoll sind die Beiträge zu den Erinnerungs- und Verarbeitungsstrategien der ‚großen Schuld‘. Sie zeigen, dass es neben dem großen Schweigen auch schon immer ein kleines Reden gegeben hat, an das spätere Generationen anknüpfen konnten.“

    Jens Priwitzer, literaturkritik.de, Juni 2016

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